2017  2016  2015  2014  2013  2012  2011  2010  2009  2008  2007

MITTWOCH, 30. MÄRZ 2016

MARKE UND UMWELT ALS KOMPLEXER REGELKREIS.

Menschen haben Kultur in die Welt gebracht, dadurch dass sie miteinander in Wechselwirkung getreten sind. Sie haben der biologischen die kulturelle Evolution hinzugefügt und dadurch neue Wirklichkeiten erzeugt die sogenannten sozialen Realitäten. Und diese sind es, die uns jetzt zunehmend Schwierigkeiten bereiten. Durch den Aufbau von Zivilisationen schufen wir hoch komplexe Interaktionsgeflechte, die außerordentlich schwer zu beherrschen sind. Wenn wir uns sorgfältig prüfen, stellen wir fest, dass wir nicht mehr in der Lage sind, diese Systeme zielführend zu entwickeln. Wir versuchen zwar, in deren komplexe Dynamik einzugreifen, wenn sie instabil zu werden droht, aber solche Steuerungsversuche ähneln mehr dem Management akuter Krisen als der Optimierung von Interaktionsarchitekturen, die sich langfristig selbst stabilisieren.


Wenn man die Verflechtung der Unternehmen weltweit untersucht, dann stößt man auf hoch komplexe Netzwerke, die ähnliche Merkmale aufweisen wie das Internet oder wie neuronale oder soziale Netzwerke. Solche Systeme haben die Eigenschaft, eine sehr komplexe, nicht-lineare Dynamik zu entwickeln, die über längere Zeitabschnitte hinweg weder kontrollierbar noch prognostizierbar ist. Wenn man in solche Systeme dirigistisch eingreift, reagieren die darauf kurzfristig vielleicht wie gewünscht. Aber die langfristigen Folgen sind im Prinzip nicht voraussehbar. Und deshalb ist es so schwierig, mit den von uns geschaffenen Systemen umzugehen. Man muss versuchen, die Architektur der Systeme so auszulegen, dass sie gegenüber Störungen robust sind, immer wieder ihr Gleichgewicht von alleine finden. Das ist ein evolutionäres Prinzip, die Natur hat uns das vorgemacht.

Teilen: .